Das Wichtigste in Kürze
  • Bohnen müssen 2 x eingekocht werden.
  • Eingeweckte Bohnen sind dann sehr, sehr lange haltbar.
  • Du benötigst einen Einkochautomat und Weckgläser inklusive Zubehör.

Bohnen einkochenBohnen einkochen ist wirklich etwas tricky und hat meine Frustrationstoleranz hart gefordert.

Das Problem: Wenn Du nur einmal einkochst (so wie es zum Beispiel im Weck-Einkochbuch zu lesen ist), hast Du eine 50:50 Chance auf ein gutes Ergebnis.

Warum das so ist und wie Du Bohnen sicher haltbar machen kannst, das erkläre ich in diesem Beitrag. Mein Favorit sind übrigens die gelben Bohnen, die es leider nicht auf’s Foto geschafft haben. Nur falls Du dich das gerade fragst.

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Bohnen sind der Endgegner

Ich habe mehrere Gläser Stangenbohnen eingekocht. Die Hälfte der Gläser ist nach einigen Tagen „aufgegangen“. Das ist ziemlich unspektakulär und ich habe es auch nur am Geruch von Bohnen und Fäulnis (?) erkannt. Ich denke, Du weißt was ich meine.

Der Unterdruck ist aus dem Glas entwichen – es ist „gekippt“ und damit ein Fall für die Bio-Tonne. (Also die Bohnen, nicht das ganze Glas.) Das war wirklich sehr frustrierend, denn Bohnen putzen und schnibbeln ist schon etwas zeitaufwändiger. Ok, zugegeben. Der Computer war ohnehin mit irgendwas beschäftigt und klang dabei wie zwei startende Flugzeuge. Viel produktiver hätte ich also eh nicht sein können.

Naja, egal. Zum Glück liest Du diese Anleitung und daher wird dir das nicht passieren. Der Geheimtrick: Bohnen müssen zwei mal eingekocht werden. Könnte ja ruhig mal irgendjemand in dieses Internet reinschreiben.

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Darum reicht 1 x einkochen nicht

Im Gegensatz zu eingekochter Tomatensoße oder eingekochten Äpfeln lassen sich Bohnen (und andere Hülsenfrüchte) durch den hohen Eiweißgehalt nicht so einfach haltbar machen. Das bakterielle Wachstum wird durch den neutralen pH-Wert zusätzlich begünstigt. Einmal einkochen reicht nicht.

Oder anders herum: Bei säurehaltigen Obst- und Gemüsesorten wird durch den niedrigen pH-Wert das Bakterienwachstum gehemmt. Beim Einkochen werden die restlichen Sporen abgetötet und Du hast ein sicheres, haltbares Lebensmittel.

So klappt das mit den Bohnen

Damit das mit dem Bohnen einkochen klappt, benötigst Du entweder einen Pressure-Canner (Überdruck-Sterilisation, ermöglicht Temperaturen über 100 Grad Celsius) oder Du musst zwei Mal einkochen, damit Bakterien und Sporen auch ganz sicher abgetötet werden.

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Damit das hier jetzt nicht nach 1. Semester Mikrobiologie klingt, machen wir es kurz:

  • Bohnen einmal einkochen bei 100° C für 120 Minuten
  • Bohnen ein zweites Mal einkochen für 30 Minuten bei mindestens 80° C, 24 Stunden nach dem ersten Einkochen
Diese Angaben habe ich mir natürlich nicht einfach ausgedacht, sondern so steht es in alten Einkochbüchern. In Mikrobiologielehrbüchern sicher auch. Und wir müssen ja nicht alles neu erfinden.
Eingekochte Bohnen im Weckglas

Bohnen einkochen ohne viel Budenzauber

So, jetzt kommen wir endlich zum Rezept. Wird ja auch Zeit!

Lorbeer, Knoblauch, Thymian, Rosmarin, Bohnenkraut – es gibt unzählige denkbare Variationen für Bohnen. Ich halte es relativ einfach: Das Wichtigste ist das Bohnenkraut. Wenn Du Bohnensalat einkochst, dann sind die Gewürze natürlich wichtiger. Ich möchte meine Stangenbohnen jedoch nur haltbar machen und sie dann im Winter für verschiedene Gerichte verwenden, daher bin ich sparsam mit Gewürzen.

Ich schneide die Bohnen in größere Stücke und blanchiere sie kurz in Salzwasser für die Farbe. Dann befülle ich die größten Weckgläser, die ich am Ende der Einkoch-Saison noch habe, mit den Bohnen, gieße mit frischem Salzwasser (nicht das Kochwasser) auf und koche die erste Runde ein. Am nächsten Tag koche ich erneut ein.

Die Gläser und die Gummiringe habe ich natürlich vorher einmal heiß ausgespült.

Ich frag dich: Hast Du keine Fragen?
Schreib‘ mir einen Kommentar! Ich freu‘ mich über Fragen & Feedback. Wenn der Artikel hilfreich war, kannst Du ihn auch gerne teilen. Oder ausdrucken und an den Kühlschrank hängen. xoxo

Am Ende ist das mit dem Blanchieren wohl auch ein bisschen Gewohnheit, denn die Bohnen sind nach zwei Mal einkochen natürlich auch nicht leuchtend grün. Aber nachdem ich mehrere Gläser Bohnen entsorgt habe, bleibe ich bei diesem Vorgehen.

Bohnen einkochen

Stangenbohnen einkochen

Vorbereitungszeit 30 Min.
Zubereitungszeit 2 Stdn. 30 Min.

Zutaten
  

  • 1 Kg Stangenbohnen
  • 1 Bund Bohnenkraut
  • 2 Liter Wasser
  • 2 TL Salz

Anleitungen
 

  • Bohnen putzen, Enden abschneiden und in große Stücke schneiden
  • vorbereitete Bohnen blanchieren und mit Bohnenkraut in Einmachgläser füllen
  • ca. 1 cm Platz nach oben lassen und mit frischem Salzwasser auffüllen (nicht das Kochwasser)
  • bei 100° C für 120 Minuten einkochen
  • am Folgetag: erneut einkochen, 80° C für 30 Minuten

Das benötigst Du zum Bohnen einmachen

Ich empfehle zum Herausnehmen der heißen Weckgläser einen Glasheber. Die großen Gläser mit Bohnen sind wirklich schwer! Bohnen erkennst Du hoffentlich ohne Etiketten. Wenn Du aber etwas pedantisch bist, dann schnapp‘ dir ein paar von den günstigen, mehrfach-nutzbaren Etiketten, die ich verlinkt habe.

Und sonst so? Sag‘ all deinen Schrebergarten-Bekanntschaften, das sie die Bohnen 2 x einkochen sollen. Sie werden dir sehr dankbar sein. xoxo

Küchenkoala Signatur

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