Das Wichtigste in Kürze
  • Gusspfannen sind sehr massiv. Eine 28 cm Gusseisenpfanne wiegt circa 5 Kilogramm.
  • Gusseisenpfannen speichern die Hitze sehr lange.
  • Besonders geeignet sind Gusspfannen für scharfes Anbraten, Bratkartoffeln, Spiegelei usw.
  • Die Gusseisenpfanne muss vor der ersten Nutzung eingebrannt werden.
  • Spülmittel ist bei der Reinigung einer Eisenpfanne tabu.
GusseisenpfanneIch habe lange gebraucht, bis ich mit Gusseisenpfannen umgehen konnte. Das steht zunächst natürlich in krassem Widerspruch zum Zeitgeist. Alles muss immer schnell gehen und die Ergebnisse sollen nahe an der Perfektion sein.

Mit einer gusseisernen Pfanne ist nichts davon so ohne Weiteres möglich. (Äh, sorry. Ich bin wohl nicht zum Verkäufer geboren.)

Aber eigentlich ist der Umgang mit gusseisernen Pfannen auch keine große Sache: Dur brauchst Zeit und etwas Geduld, denn diese massive Bratpfanne wird bei jeder Nutzung besser.

Was interessiert Dich?

So klappt das mit der Gusseisenpfanne

Klingt erstmal schräg: Die Pfanne wird besser … Ist aber wirklich so. Vor der ersten Nutzung muss die gusseiserne Pfanne eingebrannt werden, sonst hast Du keine Freude damit.

Es gibt aber auch Modelle, die schon ab Werk eingebrannt sind. (Zum Beispiel die Pfannen des schwedischen Herstellers Skeppshult. Die haben übrigens auch einen riesigen Werksverkauf in der Ortschaft Skeppshult. Falls Du mal in Schweden bist.)

Aber auch nach dem Einbrennen kannst Du die Gusspfanne nicht wie eine Teflonpfanne benutzen.

Woran liegt das?

Gusseiserne Pfannen sind deutlich dicker und schwerer. Selbst auf einem modernen Induktionsherd dauert es einige Zeit bis das Metall heiß ist. Herkömmliche Teflonpfannen haben einen sehr dünnen Pfannenboden aus Leichtmetall, der sehr schnell heiß wird. Allerdings verliert eine solche Pfanne auch ebenso schnell wieder Temperatur, zum Beispiel wenn Du Brühe oder Sahne in die Pfanne gibst.

Dieser Unterschied zwischen den Pfannen ist gleichzeitig die Ursache für die vielen unzufriedenen Nutzer*innen bei gusseisernen Pfannen. Kartoffeln, Fleisch oder Eier, die viel zu früh in die Pfanne gegeben werden, kleben mit ziemlicher Sicherheit am Boden fest.

Was ist so besonders an Gusseisenpfannen?

Gusseisenpfannen sind schwer und massiv, denn sie sind aus Eisen gegossen. Im Gegensatz zu günstigeren Pfannen haben sie einen dicken Pfannenboden.
Das bietet zunächst einmal 3 große Vorteile:

  1. Eine Gusseisenpfanne verzieht und verformt sich nicht. (Auf dem Herd kippelt es also nicht bedenklich.)
  2. Auch wenn die Hitze ungleichmäßig ist, kannst Du problemlos braten. Die Pfanne speichert die Hitze zuverlässig.
  3. Gusseiserne Pfannen können mit allen Herdarten verwendet werden.

Aber mit Vorteilen ist das ja so eine Sache. Ich find’s gut, dich kann das massiv nerven – schnell geht mit diesen massiven Pfannen erstmal nix.

Einmal aufgeheizt, speichert das Gusseisen die Hitze aber sehr lange. Deswegen eignen sich die Pfannen auch für den Backofen. Ich verwende eine gusseiserne Pfanne mit einem hohen Rand für scharfes Anbraten und zum Nachgaren im Ofen, für wirklich gelungene Bratkartoffeln und um ein einfaches Brot zu backen. (Mehr dazu weiter unten.)

Egal ob Du auf Gas, Ceran oder Induktion kochst – die Pfanne funktioniert in jedem Fall. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Du auch tolle Ergebnisse bekommst. eine gusseiserne Pfanne ist nicht für alle Speisen geeignet. wenn Du einen Pfannen-Allrounder suchst, schau lieber bei den beschichteten Pfannen.

Darauf musst Du achten

Eine hochwertige Pfanne erkennst du daran, dass die Unterseite sehr gut verarbeitet ist. Da die Pfannen sehr schwer sind, können Induktions- und Ceranfelder durchaus zerkratzen – wenn die Unterseite nicht perfekt ist. Aus diesem Grund habe ich eine gusseiserne Grillpfanne schon reklamiert – das ging auch problemlos durch.

Ich hab lange gebraucht, bis ich den Dreh raus hatte. Heute greife ich überwiegend zu beschichteten Pfannen und die gusseiserne Pfanne kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn es besonders knusprig werden soll.

Für mich ist eine Gusseisenpfanne keine Bratpfanne, die ich ständig nutzen möchte. Tatsächlich ist es eher so, dass gusseiserne Pfannen weniger alltagstauglich sind, als Teflonpfannen oder Pfannen mit Keramikbeschichtung. Allerdings ist das kein Nachteil. Vergleich‘ es mit einem Gasgrill und indirektem Grillen: Das gelingt auch nicht beim ersten Versuch. Bratwürste auf einem Elektrogrill hingegen sind ein No-Brainer.

Verschiedene Formen

Gusseisenpfannen gibt es in ganz verschiedenen Ausführungen. Egal ob klassisch rund oder quadratisch mit Grillstreifen – schwer sind gusseiserne Pfannen in jedem Fall. Der Griff ist entweder ebenfalls aus Gusseisen oder aus Holz gefertigt.

Ich persönlich finde gusseiserne Griffe besser, weil die Pfanne dann im Ofen genutzt werden kann. Aber ein Holzgriff sieht natürlich etwas rustikal aus. Und das hat auch ‚was.

Mein Favorit ist eine kleine Gusseisenpfanne, die lediglich 24 cm Durchmesser hat und komplett aus Gusseisen gefertigt ist. Die Pfanne ist massiv aber nicht zu schwer. Ab Werk eingebrannt, hat sie mir schon viel Freude bereitet. (Ein tolles Geschenk übrigens!)

SKEPPSHULT Schlemmerpfanne, Gusseisen, Schwarz, 26 cm Durchmesser
  • Gusseisen Pfanne - ideal zum gesunden Braten
  • Durchmesser oben innen 24 cm

Für die Outdoor-Fans ist eine Gusseisen-Grillplatte auch einen Blick wert. Die Dinger sind mega schwer – bieten aber auch viel Platz. Also nichts für das leichte Wandergepäck. Aber wenn Gewicht keine Rolle spielt, dann sind die Dinger schon sehr praktisch, weil sie sehr flach sind und sich leicht in Kisten unterbringen lassen.

Du kannst eine gusseiserne Pfanne oder eine Grillplatte natürlich auch mit einem Gasgrill verwenden. Dazu gibt es bei YouTube einige Rezepte. Mein Favorit: Burger vom Grill. Im Gegensatz zum klassischen Grillrost bleiben die Patties schön saftig.

Eine gusseiserne Pfanne auf dem Grill ist für mich eine praktische Alternative zum Dutch Oven, weil etwas weniger Zeit benötigt wird und Du trotzdem viel mehr erleben kannst, als wenn Du „nur grillst“.

Skeppshult 36,5 x 31,5 cm Grill- & Bratplatte, wendbar aus Gusseisen - Made in Sweden
  • Tradition aus Schweden.
  • Umweltbewusste Produktion durch Verwendung regionaler Produkte, die Wahl kurzer Transportwege und Herstellungsmethoden, die keine Chemikalien benötigen.
  • Außergewöhnlich lange Haltbarkeit der Produkte.

Tipps zum Braten mit der Gusseisenpfanne

Seit einigen Jahren verwend eich gusseiserne Pfannen und Bräter. Hier ist so oft irgendwas schief gegangen … Ich weiß gar nicht, wie oft ich in irgendwelchen Foren nach Tipps gesucht habe.

Braten in der gusseisernen Pfanne funktioniert grundsätzlich gut. Aber diese Tipps solltest Du berücksichtigen:

  • Gib der Pfanne Zeit zum heiß werden. (Lies: Leer erhitzen und etwas Geduld mitbringen!)
  • Temperatur rechtzeitig runter regeln, weil Gusseisen trotzdem heiß bleibt.
  • Hocherhitzbares Bratöl verwenden. (Kaltgepresstes Olivenöl ist nicht geeignet.)
  • Pfannenwender mit flacher Spitze aus Edelstahl zum wenden von Fleisch verwenden – die gusseiserne Pfanne ist unempfindlich.

Ich verwende übrigens das Bratöl von Alnatura.

Gusspfanne einbrennen

Im Internet gibt es gefühlt 1000 Anleitungen zum „richtigen“ Einbrennen einer gusseisernen Pfanne. Und wie immer bei solchen Sachen: Es gibt nicht die perfekte Lösung. In jedem Fall benötigst Du pflanzliches Öl, das du in der Pfanne bis zum Rauchpunkt erhitzt. Diesen Vorgang wiederholst Du mehrmals.

Mit diesem Vorgang soll eine Ölschicht auf dem Metall erzeugt werden, die langfristig überdauert. Diese Schicht wird etwas euphemistisch als Patina oder Edelrost bezeichnet. Aber keine Sorge: Das hat nichts mit diesem grünen Belag auf Kupferdächern zu tun. Es ist jedoch auch keine Antihaftbeschichtung, die mit Teflon vergleichbar ist.

In anderen Anleitungen wird noch Salz in der Pfanne gegeben oder Kartoffelschalen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Das gibt einen sehr üblen Gestank – also eher etwas für den Outdoor-Einsatz. Mit einem Gaskocher kriegst Du deine Pfanne im Freien zuverlässig erhitzt. In der heimischen Küche verzichte ich auf qualmige Experimente lieber. (Die Erfahrung aus einigen Jahren Studentenwohnheim zeigt: Der Gestank nach verbranntem Essen hält sich sehr hartnäckig! Viele Grüße auch an die Hotbox-Mitbewohner*innen. Manchmal ist Lüften doch keine so schlechte Idee.)

Welches Öl zum Pfannen einbrennen?

Ich empfehle dir raffiniertes Sonnenblumenöl oder spezielles Bratöl, da es einen relativ hohen Rauchpunkt hat. Kaltgepresstes Olivenöl hingegen solltest Du nicht zum Einbrennen der Pfanne verwenden.

Mehr zum Thema Rauchpunkt bei Pflanzenölen.

Reinigung von Gusseisenpfannen

Wenn Du bisher vorwiegend mit beschichteten Pfanne gebraten hast, dann sind Gusseisenpfannen in jedem Fall eine Umstellung. Auch bei der Reinigung. Klar, wenn die Bratrückstände nur gering sind, reicht es wenn Du die Pfanne feucht auswischst. Ich nutze dafür wiederverwendbare Bambustücher, das Du hier bestellen kannst. Küchenkrepp geht aber natürlich auch.

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Meistens sind die Rückstände in der Pfanne ziemlich festgebrannt. Da hilft nur einweichen in warmen Wasser. Eine Stunde einweichen ist kein Problem, länger sollte es jedoch nicht sein.

Ganz wichtig: Spülmittel ist tabu. Dadurch würde die Patina, also die natürliche Beschichtung, kaputt gehen. Das ist grundsätzlich unkritisch, allerdings musst solltest Du die gusseiserne Pfanne dann erneut einbrennen. Und es gibt Dinge, die deutlich mehr Spaß machen.

Backen in der Gusseisenpfanne

Ich backe gern. Am liebsten einfache Hefeteig-Brote offen auf einem Brotbackstein – aber bis ich hier den Dreh raus hatte, habe ich auch einige Anläufe benötigt.

Aber es gibt durchaus auch die Möglichkeit in einer gusseisernen Pfanne zu backen. Wenn die Zeit knapp ist, backe ich zum Beispiel Bazlama – ein einfaches Fladenbrot aus der Pfanne.

Aber es gibt noch einen anderen Trend: „No knead Bread“ (Brot ohne Kneten) wird in Deutschland gerade ziemlich populär. In vielen Rezepten wird für diese Brote mit Hefe und langer Gehzeit ein gusseiserner Bräter von Le Creuset empfohlen – aber das gute Stück kostet auch eine Menge Geld.

Zugegeben: So ein Bräter steht schon relativ weit oben auf meiner Wunschliste. Eine Alternative wäre eine gusseiserne Pfanne mit hohem Rand.

Wenn du also erstmal nur testen möchtest, ob dir schöne Brote gelingen, kannst du das also problemlos in einer Gusseisenpfanne mit hohem Rand ausprobieren. In der Handhabung ist das natürlich nicht 1:1 übertragbar, denn gusseisernen Pfannen haben in der Regel keinen Deckel. (Anders als der Dutch Oven, der ja auch aus Gusseisen besteht und einen sehr massiven Deckel hat.)

Gusseisenpfanne: Mein Favorit

Ich bin Fan von Skeppshult-Pfannen. Mich überzeugt die sehr gute Verarbeitung und das es 25 Jahre Hersteller-Garantie gibt. Die 23cm Pfanne leistet gute Dienste und auch die Grillpfanne kann ich weiter empfehlen.

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