Das Wichtigste in Kürze
  • Gusspfannen sind sehr massiv und haben ab Werk in der Regel keine Antihaftbeschichtung.
  • Die Gusseisenpfanne sollte vor der ersten Nutzung eingebrannt werden.
  • Zum Einbrennen benötigst Du Pflanzenöl und eine Hitzequelle. (zB. Herd, Induktionskochfeld oder Grill)
  • Spülmittel ist nicht notwendig. (Es zerstört die Beschichtung jedoch auch nicht.)

Gusseisenpfanne einbrennenIch geb’s zu: Ich bin ein Fan von rustikalen Pfannen. So sehr ich im Alltag natürlich Pfannen mit modernen Antihaftbeschichtungen schätze – auf meine gusseisernen Pfannen möchte ich auf keinen Fall verzichten.

Die Dinger machen es mir aber auch nicht immer leicht. Sie wollen gepflegt werden. Hin- und wieder ein bisschen Öl. Klar, keine große Sache.

Aber wie klappt das mit dem Einbrennen und ist das wirklich notwendig?

Oh man. Was Du da im Internet lesen kannst, ist wirklich abenteuerlich. Ich verwende seit einigen Jahren Gusseisenpfannen und hab‘ diese Modelle auch schon mehrmals eingebrannt. Das geht ohne Gestank und viel Rauch.

Achja, nochwas. Die Stiftung Warentest hat Ende 2020 17 Pfannen getestet. Mehr dazu: Welche Pfanne ist die Beste? Spoiler: 2 Pfannen sind durchgefallen, 14 bekamen die Note „gut“.

Ich verwende zum Einbrennen normales Sonnenblumenöl und mache das draußen an der frischen Luft auf dem Gasgrill.

Wenn Du wissen willst, wie eine Eisenpfanne richtig eingebrannt wird, dann lies jetzt weiter!

Was interessiert Dich?

Koala, muss das denn sein?

Das Einbrennen ist die klassische Art um eine Antihaftwirkung in einer Eisenpfanne zu erzielen. Egal ob massive gusseiserne Pfanne oder geschmiedete Eisenpfanne: Ab Werk sind sie in der Regel nicht beschichtet.

Grundsätzlich kannst Du mit diesen Pfannen sofort braten. Nur klebt halt alles an. Mit der Zeit bildet sich an der Innenseite der Pfanne von ganz allein eine Schicht.

Patina, wtf?

Häufig wird die entstandene Beschichtung als Patina bezeichnet. Ich mag diesen Begriff in diesem Zusammenhang nicht besonders, weil eine Patina durch Alterung eines Materials entsteht. Kennst Du vielleicht vom Kupferblech.

Naja, polymerisierte Triglyceride klingt halt auch ziemlich nerdig. Und irgendwie auch nicht nach Gefahr, Feuer und saftigen Steaks. Sondern eben nach „Öl in einer Pfanne erhitzen“.

Wenn Du bessere Bratergebnisse möchtest, solltest Du deine Pfanne mit Öl „einbrennen“. Musst Du aber nicht.

Koala, wie brenne ich eine Pfanne richtig ein?

Ich persönlich bin kein Fan von den gängigen Einbrenn-Methoden, die in diversen Blogs und bei YouTube vorgestellt werden. Meistens qualmt es wie Sau und der Rauchmelder macht sich schon mal startklar. Salz und Kartoffelschalen  werden verkohlt und es stinkt gewaltig.

Ich halte den Autor*innen und YouTuber*innen zugute, das sie das Einbrennen wirklich probiert haben. Klar, kann man ohne Hinterfragen nachmachen.

Salz und Kartoffeln zu verkohlen macht die „Antihaft-Beschichtung“ aber nicht besser.

Ich frag dich: Hast Du keine Fragen?
Schreib‘ mir einen Kommentar! Ich freu‘ mich über Fragen & Feedback. xoxo

Achso, Du machst Dir Sorgen wegen Produktionsrückständen oder Korrosionsschutz? Die kannst Du vorher mit heißem Wasser lösen und mit einer guten Bürste wegschrubben. (Bienenwachs wird häufig verwendet. Geiles Zeug übrigens falls Du Bienenwachstücher selber machen möchtest.)

Also kurzum: Viele Wege führen nach Rom. Du kannst die Gusspfanne auf dem Herd einbrennen, den Backofen verwenden oder einen Grill benutzen. Hauptsache heiß. Klar, Du benötigst Fett. Ich greife zu konventionellem Pflanzenöl.

Es gibt aber auch sogenannte Einbrennpasten für gusseiserne Pfannen oder den Dutch Oven.
Das Einbrennen vom Dutch Oven funktioniert übrigens ganz ähnlich, wie hier beschrieben.

Anleitung zum Eisenpfanne einbrennen

Einbrennen klingt für dich nach Gefahr und Feuer? Sei unbesorgt, ganz so aufregend wird es nicht. Tatsächlich geht es auch ohne aufwendige Vorbereitung.

Ich habe meine gusseisernen Pfannen unter freiem Himmel eingebrannt. Dazu habe ich sie mit einem Gasgrill erhitzt. Eine Alternative für Draußen wäre so ein kleines Induktionskochfeld, wo nur eine Pfanne draufpasst. Diese Dinger werden als Induktionskochplatten angeboten. Kostenpunkt circa 50 Euro. (Auch sehr gut geeignet, wenn Du die Gemeinschaftsküche lieber meidest. Soll ja vorkommen.)

Grundsätzlich funktioniert natürlich auch ein Induktionskochfeld oder das Ceranfeld in der Küche. In diesem Fall solltest Du vorher aber unbedingt das Fenster aufmachen und die Dunstabzugshaube einschalten.

Die Pfanne soll sehr heiß werden. Wenn Du also ein Modell komplett aus Gusseisen hast, dann halte unbedingt auch einen Lappen oder solides Tuch bereit, damit Du die Pfanne gefahrlos berühren kannst.

Einige Pfannen haben auch einen Kunststoff- oder Holzgriff, da finde ich die Herd-Methode am sinnvollsten. (Beim Gasgrill ist die Hitze nicht so auf einen Punkt konzentriert.) Beim einbrennen im Ofen könnte es Probleme mit Kunststoffgriffen geben.

In 5 Schritten die Eisenpfanne einbrennen

  1. Pfanne mit Wasser und Spülmittel schrubben um Produktionsrückstände und Korrosionsschutz (zB. Bienenwachsschicht) zu entfernen.
  2. Öl hinein geben. (Innenseite soll dünn benetzt sein.)
  3. Pfanne stark erhitzen, sodass der Rauchpunkt erreicht wird. (Mit einem Holzlöffel kannst Du testen ob es heiß ist.)
  4. Pfanne mit Küchenkrepp auswischen.
  5. Schritte 2-4 mehrfach wiederholen. (Geschmiedete Eisenpfannen sollten danach innen schwarz sein. Bei gusseisernen Pfannen ist das schlechter erkennbar)

Ganz wichtig: Verwende nicht zu viel Öl. Die Pfanne soll keine klebrige Ölschicht entwickeln.

Welches Öl zum Einbrennen einer Eisenpfanne?

Hier scheiden sich nun die Geister: Die einen schwören auf ein hoch erhitzbares Pflanzenöl. Andere empfehlen Leinöl, das einen wesentlich niedrigeren Rauchpunkt hat.

Die Idee beim einbrennen ist ja, dass der Rauchpunkt erreicht werden soll. Das geht also grundsätzlich mit jedem Öl. Wenn der Rauchpunkt niedriger ist, wird das jedoch schneller und zuverlässiger erreicht.

Ich hab‘ da mal eine Grafik vorbereitet. Photoshop-Skills 1000, ist klar.

Rauchpunkt verschiedener Öle
Rauchpunkt verschiedener Öle und Fette

In der Praxis habe ich zum Einbrennen stets Sonnenblumenöl genutzt und damit gute Erfahrungen gemacht. Also ganz normales raffiniertes Sonnenblumenöl. Kein hoch erhitzbares Bratöl, keine Spezial-Einbrennpaste und auch kein kaltgepresstes, unraffiniertes Olivenöl. Und schon gar kein Fruchtfleischöl.

Das ganz normale Sonnenblumenöl aus dem Supermarkt ist für mich das Öl der Wahl zum einbrennen der Gusseisenpfanne. Wichtig ist in jedem Fall, dass auch die Innenwände der Pfanne etwas Öl abkriegen.

Koala, das ist mir alles zu aufwändig!

Jop, ich versteh dich. Wenn Du kein Bock auf Pfanne einbrennen hast, dann empfehle ich dir die gusseisernen Pfannen von Skeppshult. Seitdem ich im Werksverkauf war, bin ich restlos überzeugt von den Pfannen von Skeppshult.

Die Dinger sind langlebig und rustikal. Eine schwere Skeppshult Gusseisenpfanne kostet circa 100 Euro. Das ist sicherlich kein Schnäppchen, aber im Vergleich zu Keramikpfannen lauert hier wenigstens keine Enttäuschung.

Der schwedische Hersteller brennt seine Pfannen mit Bio-Sonnenblumenöl ein. Also sicherlich keine schlechte Idee ebenfalls Sonnenblumenöl zu benutzen.

Wenn Du auch mal zum Skeppshult Werksverkauf willst: Bruksgatan 1, 33393 Skeppshult, Schweden. Hier zum Anklicken für Google Maps, falls Du gerade in der Nähe bist. Sag‘ „Hej“ vom Küchenkoala.

Häufige Fragen zum Einbrennen

Was ist diese Patina?

Auf der Oberfläche der Grillpfanne wird sich mit der Zeit eine dünne Schicht bilden. Das ist erwünscht! Der Belag sollte also auch nicht abgekratzt werden. Häufig wird diese Schicht als Patina bezeichnet.

Was kann ich statt Öl zum einbrennen nutzen?

Alternativ kann auch eine sogenannte Einbrennpaste genutzt werden.

Mehr Infos zu Einbrennpaste und was da so drin steckt.

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Wie reinige ich die eingebrannte Pfanne?

Gusseisenpfanne reinigenGrundsätzlich solltest Du auf die Reinigung mit Spülmittel nach dem Einbrennen verzichten.

Die angelegte Polymerschicht (vulgo: Patina) wird nicht sofort verschwinden, schließlich enthält modernes Spülmittel kein Ätznatron. Spülmittel soll Fette lösen – also alles halb so wild.

Allerdings ist die Reinigung mit einem feuchten Tuch in der Regel vollkommen ausreichend.

Solltest Du die Pfanne doch einmal zu intensiv gereinigt haben, muss der Vorgang des Einbrennens komplett wiederholt werden.

Nach jeder Nutzung der gusseisernen Pfanne kannst Du sie zur Pflege leicht mit Öl einpinseln.

Lies hier weiter: Gusseisenpfanne reinigen – so geht es richtig

Warum nimmst Du keine Kartoffelschalen?

Im Internet gibt es eine Menge Anleitungen. Mit verbrannten Kartoffelschalen und Salz sollen Rückstände des Korrosionsschutzes entfernt werden. Ich halt‘ nix davon und kann es auch nicht empfehlen. Was hierbei entsteht ist jede Menge Rauch und Gestank. Und auch beim „planmäßigen“ schwarz-werden-lassen von Kartoffeln entsteht Acrylamid. Dieser Stoff ist zumindest bedenklich – google das.

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