Das Wichtigste in Kürze
  • Im Gegensatz zu Getreide ist Pseudogetreide glutenfrei.
  • Zu den Pseudogetreiden zählen: Buchweizen, Chia-Samen, Amaranth, Canihua und Buchweizen.
  • Trocken und dunkel gelagert, sind alle Sorten lange haltbar.
  • Bis auf Canihua ist Pseudogetreide in Deutschland sehr gut erhältlich.

PseudogetreideSchau dich mal um: Nudeln, Brot, Kuchen – alles wird aus Getreide hergestellt. Zu den gängigsten Getreidesorten gehören Weizen, Roggen, Hafer und Dinkel.

Doch immer mehr Menschen suchen aus den verschiedensten Gründen nach Alternativen zu diesen Getreidesorten.

Sogenanntes Pseudogetreide, also zum Beispiel Quinoa, Buchweizen oder Amaranth haben rein optisch eine gewisse Ähnlichkeit mit bekannten Getreidesorten.

Obwohl sie nicht zur botanischen Gruppe der Süßgräser gehören, lassen sie sich ganz ähnlich verwenden.

Insbesondere im Rahmen einer glutenfreien Ernährung wird ihnen große Bedeutung beigemessen. Denn Amaranth, Quinoa & Co. schmecken gut und sind von Natur aus glutenfrei.

Was interessiert Dich?

Was ist Pseudogetreide?

Pflanzen, aus denen Getreide gewonnen wird, wie Weizen und Roggen, gehören in der Regel zur Gattung der Süßgräser. Viele Arten der Süßgräser werden weltweit als Nutzpflanzen eingesetzt. Pseudogetreide hingegen gehört nicht zu den Süßgräsern, und damit nicht zu den echten Getreiden.

Zu den Pseudogetreiden zählen

Amaranth und Quinoa gehören zu den weltweit verbreiteten Fuchsschwanzgewächsen, während Buchweizen ein Knöterichgewächs ist.

Wie bei den echten Getreidesorten auch, werden zur Nutzung die Samen verwendet, die man teilweise auch als Nüsschen bezeichnet. Sie sind kleiner als die Körner der echten Getreidesorten. Zudem haben sie andere Eigenschaften – das merkst Du beim Kochen schnell.

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Die Pseudogetreide waren vor allem in der Vergangenheit in verschiedenen Teilen der Welt Bestandteile der traditionellen Ernährung, in einigen sind sie es bis heute. Sie haben einen geringeren Ertrag als die echten Getreidesorten und werden daher nur in geringem Umfang industriell angebaut.

Gerade in den letzten Jahren ist der Boom um Pseudogetreide jedoch stark angestiegen. Das liegt sicherlich an (tatsächlich oder so wahrgenommener) Glutenunverträglichkeit aber auch mit dem Trend zu bewusster Ernährungsweisen.

Eine glutenfreie Ernährung ist durchaus mit Einschränkungen verbunden. Häufig ist im Internet das gegenteil zu lesen. Vermutlich haben die Autor*innen nie versucht, ganz bewusst auf glutenhaltige Speisen zu verzichten und die selben Ergebnisse (zum Beispiel beim Backen) zu erzielen.

Pseudogetreide sind jedoch wertvolle und wohlschmeckende Nahrungsmittel. Nur entsprechen sie eben nicht den „typischen“ Essgewohnheiten in Mitteleuropa, die ja überwiegend durch Getreideprodukte dominiert werden.

Pseudogetreide Sorten

Amaranth

AmaranthDie Mayas und Inkas wussten, dass es sich bei Amaranth um ein gesundes und außergewöhnliches Nahrungsmittel handelt. Heute hat Amaranth den Stempel Superfood und ist relativ gut erhältlich.

Amaranth wurde früher als „Huautli“ oder „Kiwicha“ bezeichnet.

Lange war das Pseudogetreide in Vergessenheit geraten – doch seit den 1980ern wird es in Bio-Qualität in Mitteleuropa angebaut.

Heute gelten die kleinen Samenkörner, die eine Ähnlichkeit mit Senfkörnern haben, als gut verträgliche Alternative zu glutenhaltigem Getreide. Die gesunden Inhaltsstoffe machen Amaranth immer beliebter.

Ich schätze besonders den gepoppten Amaranth als kleinen Snack nach dem Sport.

Buchweizen

BuchweizenBuchweizen war lange das verstaubte Öko-Zeug aus dem Reformhaus. Ein bischen ungeliebt aber insgesamt durchaus bekannt.

Seit einigen Jahren gilt Buchweizen als Superfood und hat einen enormen Popularitätschub erhalten.

In jedem Fall bereichert Buchweizen die gesunde Küche, weil er viele Enzyme, Vitalstoffe, hochwertige Mineralien und leicht verdauliche Proteine enthält.

Ich find‘ Buchweizen so lala. Ein basischer Snack für den kleinen Hunger. Aber keine Offenbarung für mich. Andere Menschen schätzen jedoch den nussigen Geschmack.

Canihua

Pseudogetreide CanihuaCanihua stammt aus den Anden und ist mit der Quinoa-Pflanze verwandt.

Beides sind glutenfreie, sehr nährstoffreiche Pseudogetreide.

Aufgrund der Inhaltsstoffe ist Canihua sehr beliebt, wenngleich sicherlich auch der leckere, mild-nussige Geschmack ausschlaggebend ist.

Egal ob als Beilage, Pops oder Zutat für Brot, Kuchen oder Pudding – Canihua ist extrem vielseitig.

In Deutschland ist der „Baby-Quinoa“ nur sehr schwer erhältlich. (Die Drogeriekette dm hatte es mal für kurze Zeit im Sortiment.)

Chia-Samen

Chia-SamenDie mexikanische Chia war schon den alten Maya bekannt. Sie nutzten Chia-Samen als Grundnahrungsmittel und Heilpflanze.

Mittlerweile kennt man das Chia-Samen auch in Europa. Chia weist bemerkenswerte Inhaltsstoffe und Eigenschaften auf, die einen wahren Chia-Boom ausgelöst haben.

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Der Gehalt an Calcium, Eisen, Omega-3-Fettsäuren und löslichen Ballaststoffen ist ausgesprochen hoch, wodurch sich Chia für eine ausgewogene und gesunde Ernährung anbietet.

Ich mag besonders gequollene Chia-Samen, den „Chia-Pudding“.

Quinoa

QuinoaDas südamerikanische Pseudogetreide Quinoa zählt zu den besten pflanzlichen Eiweißquellen, die zurzeit erhältlich sind.

Besonders bemerkenswert: In Quinoa sind viele essenzielle Aminosäuren enthalten. Ein Umstand, der für pflanzliche Lebensmittel eher ungewöhnlich ist.

Die Mineralien in Quinoa übertreffen zudem die in üblichen Getreidesorten enthaltene Menge um ein Mehrfaches.

Darüber hinaus ist das „Inka-Korn“ glutenfrei.

wenn Du dich also glutenfrei ernährst, ist Quinoa eine gute Wahl. Es ist vielseitig nutzbar und macht besonders als Beilage oder in Salaten eine gute Figur. Ich verwende Quinoa wie Bulgur.

Unterschiede zu Getreidesorten

Im Gegensatz zu den echten Getreidesorten unterscheidet sich Pseudogetreide vor allem darin, dass es glutenfrei ist. Als Gluten wird ein Eiweiß bezeichnet, das in vielen echten Getreidesorten enthalten ist. Es wird auch Klebereiweiß genannt, da es durch seine klebrige und bindende Eigenschaft erst die typische Konsistenz von Brot, Gebäck und anderen Produkten aus Getreide ermöglicht.

Das Kochen und Backen mit Pseudogetreide gestaltet sich dadurch schon sehr anders, als mit „klassischem“ Mehl aus Getreide. (Weizenmehl und Dinkelmehl zum Beispiel.)

Aus den verschiedenen Mehlsorten werden Teige hergestellt, die durch das enthaltene Gluten gut kleben. Dieser Baustein fehlt bei den Pseudogetreiden, so dass Mehl nicht einfach 1:1 ausgetauscht werden kann. Um den bindenden Effekt zu erzielen, müssen beim Kochen mit Amaranth, Quinoa oder Buchweizen andere Inhaltsstoffe eingesetzt werden, die „Klebefähigkeit“ herzustellen. (Mehr dazu weiter unten.)

Die Pseudogetreidesorten sind Saaten, die in ihrer Konsistenz Reis oder Mohn ähneln, wobei Buchweizen eher noch etwas knackiger und körniger beschaffen ist. Auch der Geschmack von Pseudogetreide unterscheidet sich von dem der echten Getreidesorten.

Inhaltsstoffe von Pseudogetreide

Pseudogetreide werden seit einigen Jahren als Superfood angepriesen. Tatsächlich unterscheiden sie sich in Ihren Inhaltsstoffen von echtem Getreide. Es ist vor allem der Gehalt an Eiweiß, Fettsäuren, und bestimmten Mineralstoffen, die einen Unterschied zwischen echtem Getreide und Pseudogetreide ausmachen.

Amaranth & Co. enthalten grundsätzlich mehr Eiweiß. In Artikeln zu Pseudogetreide geht es vorwiegend um die enthaltenen Aminosäuren. Hierbei ist es allem das Lysin, das als essentielle Aminosäure eine wichtige Rolle bei der Zellteilung, dem Wachstum der Knochen und dem Muskelaufbau spielt.

Wichtiger finde ich den Gehalt an mehrfach, ungesättigten Fettsäuren, die in industriell hergestellten Lebensmitteln wenn überhaupt, nur in sehr geringen Mengen enthalten sind.

In Sachen Mineralstoffe können sich die Pseudogetreide ebenfalls sehen lassen. Amaranth und Quinoa enthalten einen hohen Anteil an Magnesium, Eisen, Kalzium, Folsäure und Kalium, der den von Weizen deutlich übersteigt. Auch Buchweizen hat mit seinem Magnesium und Kaliumgehalt einen gesundheitlichen Vorteil gegenüber dem echten Getreide.

Für wen ist Pseudogetreide geeignet?

Du merkst schon: Ich bin ein Fan von Amaranth, Quinoa, Chia-Samen, Canihua und Buchweizen. Die Körner sind grundsätzlich für alle Menschen geeignet, die keine Allergie oder Unverträglichkeit auf die Saaten haben.

In meinem Bekanntenkreis werden die Pseudogetreide als „normales“ Lebensmittel verwendet.

Klar: Wenn Nudeln, Brot & Co. plötzlich aus dem Speiseplan wegfallen müssen, dann sind Alternativen gefragt. Zum Glück gibt es inzwischen wirklich viele Rezepte mit Pseudogetreide. Eine gewisse Bereitschaft, sich auf neue Lebensmittel einzulassen, solltest Du jedoch mitbringen.

Mit Pseudogetreide Brot backen

Gluten sorgt im Mehl dafür, dass Brot und Backwaren zusammenhalten, und der Teig nicht auseinander fällt. Im Pseudogetreide fehlt nun das Gluten.

Beim Backen mit Pseudogetreide musst Du daher zusätzliche bindende Zutaten zu verwenden. Hier können unterschiedliche Lebensmittel zum Einsatz kommen – je nachdem, ob Du Allergien hast oder dich vegan ernährst. Flohsamenschalenpulver (was für ein Wort!) oder Stärke (Pfeilwurzelmehl, Maismehl, Kartoffelmehl etc.) können beispielsweise als Binder verwendet werden.

Aber mit Pseudogetreiden allein kannst Du kein „richtiges“ Brot backen. Das Ergebnis geht eher in Richtung „Eiweißbrot“, da die Saaten eingeweicht werden müssen.

Häufige Fragen zu Pseudogetreide

Was ist der Unterschied zwischen Weizen und Buchweizen?

Auf den ersten Blick lässt der Name der beiden Getreidesorten auf eine gewisse Gemeinsamkeit schließen. Doch tatsächlich sind die beiden Pflanzen in Herkunft und in ihren Eigenschaften sehr unterschiedlich. Während Weizen zu den Süßgräsern und somit zu den echten Getreidearten gehört, ist Buchweizen ein Knöterichgewächs, das ursprünglich aus dem asiatischen Raum stammt.

Der Geschmack von Buchweizen ist völlig anders als der von Weizen. Er schmeckt nussig-pikant und etwas herb. Der größte Unterschied zwischen den zwei Saaten ist die Tatsache, dass Buchweizen im Gegensatz zu Weizen kein Gluten enthält.

Was ist der Unterschied zwischen Amaranth und Quinoa?

Amaranth und Quinoa gehören beide zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Sie unterscheiden sich deutlich in ihrem Aussehen, denn die Saatkörner von Amaranth sind kleiner als die von Quinoa. Geschmacklich ist Amaranth etwas herber als Quinoa.

Unterschiede gibt es auch in Puncto Nährstoffe. Quinoa weist mehr Vitamin B1, Vitamin C und Vitamin E auf, während der an Fetten reichere Amaranth mit deutlich mehr Calcium und Magnesium punkten kann.

Beide Saaten haben einen hohen Sättigungseffekt, der beim Amaranth auf den hohen Anteil an Ballaststoffen zurückzuführen ist, und bei Quinoa auf die komplexen Kohlenhydrate.

Ist Hirse ein Pseudogetreide?

Es gibt nicht nur Pseudogetreide, die glutenfrei sind. Das beste Beispiel dafür ist die Hirse. Die Pflanze, von der die kleinen, gelben Körner stammen, gehört, wie auch der Weizen, der Hafer, der Roggen und andere Getreide zu den Süßgräsern und damit zu den echten Getreiden.

Trotzdem ist Hirse frei von Gluten und somit perfekt geeignet für alle Menschen, die an einer Unverträglichkeit von Gluten oder Zöliakie leiden.

Hirse ist eines der mineralstoffreichsten Getreide, und enthält außerdem wertvolle Antioxidantien. Sie lässt sich in vielfältiger Art und Weise in der Küche verwenden, und überrascht durch ihren milden Geschmack.

Dürfen Babys Pseudogetreidebrei essen?

Da Pseudogetreide viele gesundheitliche Vorteile hat, fragen sich Eltern, ob sie ihren Kindern die gesunden Körnchen als Getreidebrei geben können. Doch die Saaten eignen sich definitiv nicht als Säuglings- beziehungsweise Kleinkindernahrung.

Amaranth und Buchweizen enthalten Gerbstoffe, die den Verdauungsapparat belasten, und Quinoa enthält Saponine, die die noch empfindliche Darmschleimhaut angreifen können.

Während der ersten zwei Lebensjahre sollte also kein Pseudogetreide auf dem Speiseplan stehen. Erst ab 2 Jahren können Kinder kleine Mengen an Amaranth, Quinoa oder Buchweizen zu sich nehmen.

Ist Pseudogetreide für den Hund Ok?

Amaranth & Co. bieten auch bei Hunden eine gute Alternative zu Weizen, der in vielen Hundefuttersorten verarbeitet wird. Auch Hunden können unter einer Glutenunverträglichkeit leiden und brauchen dann glutenfreie Futterkomponenten. Das können Quinoa, Amaranth oder auch Buchweizen sein, die teilweise auch schon in Hundefertigfutter verwendet werden.

Allerdings muss hier beachtet werden, dass Quinoa Saponine enthält, die zu Darmentzündungen führen können. Um zu verhindern, dass diese Stoffe vom Hund aufgenommen werden, muss der Quinoa vor dem Kochen mehrmals gut gewaschen werden.

Wie soll man Pseudogetreide lagern?

Pseudogetreide wird in der Regel nicht lose, sondern in Kunststoffverpackungen verkauft. Allerdings sollten die Samen, egal ob in gepuffter oder gemahlener Form, und andere aus ihnen hergestellte Nahrungsmittel nicht in dieser Verpackung belassen werden.

Die bessere Alternative ist ein Schraubglas. Diese Art der Verpackung hat sich in Jahrzehnten bewährt und bietet einen wirksamen Schutz gegen Feuchtigkeit und Schädlinge. Kühl und trocken gelagert, sind Quinoa und Co. über viele Monate haltbar.

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