Das Wichtigste in Kürze
  • Leinsamenmehl ist glutenfrei.
  • Du kannst circa 20 % glutenhaltiges Mehl durch Leinsamenmehl ersetzen.
  • Leinsamenmehl wirkt sich positiv auf die Verdauung aus.
  • Leinsamenmehl enthält keine Blausäure und ist nicht giftig.
  • 1000 Gramm Bio-Leinsamenmehl kostet circa 12 Euro.

LeinsamenmehlLeinsamen kennst Du sicherlich. Mittlerweile gelten die kleinen Körner ja sogar als Superfood, weil sie viele gesunde Inhaltsstoffe haben. Aber wusstest Du, dass aus den kleinen Samen auch ein Mehl gewonnen wird?

Du kannst Leinmehl zum Backen verwenden, allerdings kann es glutenhaltige Mehle nicht 1:1 ersetzen.

Ich schätze Leinsamenmehl inzwischen sehr, denn es ist glutenfrei, enthält viele Ballaststoffe und nur wenig Kohlenhydrate. Allerdings sind bei der Verwendung ein paar Sachen zu beachten. Was drin ist und wie Du Leinsamenmehl am besten verwendest, zeige ich dir in diesem Artikel.

Was interessiert Dich?

Woraus wird Leinsamenmehl hergestellt?

Leinöl und Leinsamen sind schon lange kein Geheimtipp mehr. Beide gehören zu einer vollwertigen Ernährung dazu. Insbesondere die Leinsamen werden für verschiedene Anwendungen geschätzt, während Leinöl einen Ruf als hochwertiges Speiseöl genießt.

Leinöl, Leinsamen und Leinsamenmehl sind alles Produkte, die aus dem Samen des Lein (Linum usitatissimum) gewonnen werden. Häufig wird die Pflanze auch als Flachs bezeichnet, vorwiegend dann, wenn es um Stoffe und Bekleidung geht. Du kennst vielleicht die Teigtücher aus Leinen, das sogenannte Bäckerleinen.

In der Frucht der Leinpflanze befinden sich acht bis zehn hellbraune Leinsamen, aus denen durch Pressung hochwertiges Leinsamenöl gewonnen wird. Der Geschmack des Öls ist etwas eigentümlich und aufgrund der vielen ungesättigten Fettsäuren wird Leinöl schnell ranzig.

Leinöl hat übrigens einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren. Das Öl hat mir aufgrund der enthaltenen Linol- und Linolensäure bei meiner sehr trockenen Haut schon gute Dienste erwiesen.

Im Handel sind zwei Sorten Leinsamenmehl erhältlich:

  • entöles Leinsamenmehl
  • teilentöltes Leinsamenmehl

Entöltes Leinsamenmehl wird aus dem Presskuchen hergestellt, der bei der Kaltpressung des Leinöls anfällt. Teilentöltes Mehl wird aus den ganzen Leinsamen hergestellt.

Leinsamenmehl Inhaltsstoffe

Leinsamenmehl ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen. Lange Zeit hatte ich nur Leinöl auf dem Schirm, das mit den enthaltenen Omega-3-Fettsäuren überzeugen kann. Das Mehl aus den Leinsamen enthält circa 30 % pflanzliches Protein und vergleichsweise wenig Kohlenhydrate (circa 6 %).

Deswegen wird das feine Pulver von vielen Menschen im Rahmen einer kohlenhydratarmen Ernährung (Low Carb) verwendet.

40 % sind Ballaststoffe, analog zu den Leinsamen. Durch den hohen Ballaststoff-Anteil werden die Samen und das Mehl als Hausmittel zur Verdauungsförderung geschätzt. Während Leinsamen problemlos ins Müsli gerührt werden können, bietet sich Leinmehl eher als Beimischung bei Smoothies an. Wenn Du magst, kannst Du aber auch eine kleine Menge des Mehls zu deinem Müsli geben.

Leinsamen und Leinsamenmehl können viel Wasser binden, weswegen beide Produkte nicht einfach so und in größeren Mengen verwendet werden sollten. Wichtig ist viel Flüssigkeit! Leinsamen und das daraus hergestellte Mehl sind eine sinnvolle Ergänzung der Ernährung. Zum Thema Darmkur solltest Du nur auf Quellen zurückgreifen, bei denen die Fachkompetenz belegt ist.

So beliebt Leinsamen als Zutat bei Low-Carb-Backwaren oder Müsli auch sind – es gibt triftige Gründe, die dafür sprechen, nicht mehr als 1 bis 2 Esslöffel Leinsamen als Erwachsener täglich zu verzehren. Für Leinsamenmehl habe ich keine entsprechenden Hinweise gefunden.

Ist Leinsamenmehl giftig?
Leinsamen werden mitunter kritisch betrachtet, denn sie sollen Blausäure enthalten. Grundsätzlich enthalten Leinsamen keine Blausäure, sondern Glycoside. Aus dieser chemischen Verbindung kann Blausäure entstehen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich mehrfach mit Leinsamen beschäftigt. Die akute Referenzdosis für Lebensmittel, die cyanogene Glykoside enthalten, sind 75 Mikrogramm Blausäure pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Es wurde zudem ein Grenzwert für nicht erhitzte Leinsamen festgelegt: 20 Gramm pro Tag. Bei dieser Empfehlung geht es jedoch um die unerwünscht Cadmiumaufnahme.

Qualitätsstufen von Leinsamenmehl

Leinsamenmehl ist problemlos in Bio-Qualität erhältlich. Die höchste Qualität hat das Mehl aus kontrolliert biologischem Anbau. Ob teilenölt oder 100 % entölt ist eher eine Frage des persönlichen Geschmacks, wie bei Mandelmehl auch.

Im Internet gibt es auch eine Vielzahl von Anleitungen zum Thema Leinsamenmehl selber machen. Hierzu sollen die Leinsamen in einer Kaffeemühle oder Getreidemühle gemahlen werden. In diesem Fall erhälst Du ein frisches Leinsamenschrot, das Du als Zutat für selbstgemachtes Brot oder als Beimischung für dein Müsli verwenden kannst.

Der Vorteil hierbei: Du stellst nur die Menge her, die Du direkt benötigst und das Leinsamenschrot ist frisch. Mir ist das jedoch einen Tick zu aufwendig und das Schrot entspricht auch nicht dem Leinsamenmehl, das Du im Handel findest.

Eine Flockenquetsche wird zum Selbermachen von Leinsamenschrot vermutlich nicht funktionieren, weil die Körner zu klein und hart sind.

Bio Leinsamenmehl teilentölt 1 kg EU Anbau Leinmehl
  • LEINMEHL überzeugt mit seinem bekömmlichen Geschmack und eignet sich zum Backen sowie für Joghurt- & Quarkspeisen. Das teilentölte Leinmehl ist sehr quellfähig und bietet sich für die vegane (Ei-Ersatz) und lower-carb-Ernährung an
  • hoher Gehalt an essentiellen Aminosäuren und Lignanen sowie Eiweiß Ballaststoffen
  • EU-Landwirtschaft: Hergestellt aus Bio Leinsaat welche in der EU Angebaut wurde.
  • Leinmehl aus braunem Leinsamen teilentölt

Backen mit Leinsamenmehl

Wenn Du mit Leinmehl backen willst, gibt es eigentlich nicht viel zu beachten. Das Pulver ist kein Ersatz für (Weizen-)Mehl, denn es enthält kein Gluten. Du kannst circa 20 % Weizenmehl mit Leinsamenmehl ersetzen. Die Menge lässt sich noch etwas erhöhen, wenn Du mit Pfeilwurzelmehl experimentierst.

Wenn Du also lediglich Kohlenhydrate einsparen willst, kannst Du das mit Leinsamenmehl machen und dein eigenes Einweissbrot backen. Im Gegensatz zu gequollenen Leinsamen ist die Konsistenz von diesen Broten nicht so weich und feucht.

Aber auch Leinsamenmehl hat ein recht hohes Quellvermögen. Es kann also durchaus sein, dass Du nach dem Gehenlassen noch etwas Wasser zugeben musst, damit Du keinen Ziegelstein-Brot erhälst. Also lass dich nicht irritieren, wenn Du mehr Wasser benötigst, als im Rezept angegeben ist.

Bist Du auf komplett glutenfreie Ernährung angewiesen, kann Leinmehl ein Baustein bei der richtigen Ernährung sein. Brote aus 100 % Leinsamenmehl zu backen funktioniert jedoch nicht.

Leinmehl als Ei-Ersatz

Bei Kuchen ersetze ich Eier meistens mit Apfelmus. Bei herzhaften Sachen funktioniert ist das natürlich nicht so richtig passend. Eine Alternative zu Ei ist Leinsamenmehl. Wenn Du 2 Teelöffel Leinsamenmehl und 6 Teelöffel Wasser verrührst, kannst Du damit ein Ei ersetzen. Geschmacklich passt Leinsamenmehl auch eher zu herzhaften Speisen.

Ich finde es hat schon einen wahrnehmbaren, leicht nussigen Geschmack. Aber probier das einfach mal aus – Geschmäcker sind ja schließlich verschieden.

Häufig wird Leinsamenmehl auch als veganer Gelantine-Ersatz empfohlen. Ich hab‘ das bisher nicht ausprobiert. Grundsätzlich bin ich auch mit der Bindefähigkeit von Johannisbrotkernmehl ganz zufrieden. (Und manchmal hab‘ ich auch nur einen Versuch und experimentiere lieber nicht.)

Häufige Fragen zu Leinsamenmehl

Kann ich mit Leinsamenmehl Weizenmehl ersetzen?

Du kannst Weizenmehl nicht 1:1 ersetzen. Circa 20 % kannst Du problemlos ersetzen. Willst du den Anteil erhöhen, solltest Du dem glutenfreien Leinmehl mit einem Stärkepuler (zum Beispiel Pfeilwurzelmehl) etwas Klebefähigkeit geben.

Wo kann ich Leinsamenmehl kaufen?

Leinsamenmehl ist relativ gut erhältlich. Die größte Auswahl hast Du natürlich online. In Drogerien und Bio-Supermärken findest Du das Mehl aber auch. Es kann aber sein, dass Du weniger Sorten oder nur das teilentölte Mehl zur Auswahl hast.

Ist Leinmehl das gleiche wie Leinsamenmehl?

Beide Bezeichnungen beschreiben dasselbe Produkt. Es gibt entöltes und teilentöltes Leinsamenmehl sowie Leinsamenschrot.

Bio Leinsamenmehl teilentölt 1 kg EU Anbau Leinmehl
  • LEINMEHL überzeugt mit seinem bekömmlichen Geschmack und eignet sich zum Backen sowie für Joghurt- & Quarkspeisen. Das teilentölte Leinmehl ist sehr quellfähig und bietet sich für die vegane (Ei-Ersatz) und lower-carb-Ernährung an
  • hoher Gehalt an essentiellen Aminosäuren und Lignanen sowie Eiweiß Ballaststoffen
  • EU-Landwirtschaft: Hergestellt aus Bio Leinsaat welche in der EU Angebaut wurde.
  • Leinmehl aus braunem Leinsamen teilentölt

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